Folgen der Niedrigzinsphase

In Europa herrscht seit einigen Jahren eine Niedrigzinsphase vor. Doch was bedeutet dies?

Da die europäische Zentralbank den Banken in dieser Niedrigzinsphase sehr preiswert Geld zur Verfügung stellt, sinken auch die Zinsen für Kunden dieser Institute. Der Grund hierfür ist sehr einfach: Warum soll eine Bank einem Kunden mehr Zinsen bezahlen als sie der europäischen Zentralbank zahlen muss?

Dass auch deutsche Staatsanleihen mit einer fünfjährigen Laufzeit nur noch Renditen von unter einem Prozent pro Jahr abwerfen, ist eine weitere Folge dieser Niedrigzinsphase. Diese Folgen treffen Anleger besonders hart, denn für die ohnehin niedrigen Erträge müssen sie noch Steuern bezahlen. Nach Steuern verbleiben dann noch circa 0,75 % pro Jahr für eine solche Bundesanleihe. Dies reicht aber lange nicht aus, um die Geldentwertung bzw. Inflation auszugleichen. Folglich sinkt das Vermögen der Anleger in der Niedrigzinsphase von Jahr zu Jahr!

Versuchen Anleger bei Anleihen nun höhere Renditen durch längere Laufzeiten zu erzielen, so verbessert sich zwar der Ertrag, jedoch wird ein anderes Risiko heraufbeschworen. Sollte sich während dieser Laufzeit die Niedrigzinsphase abschwächen – also die Zinsen wieder leicht steigen -, würden die Kurse dieser Anleihe fallen. Die Anleihe müsste bis zur Fälligkeit gehalten werden, um keine Kursverluste zu realisieren. Bis dahin wäre die Liquidität stark eingeschränkt.

Die Niedrigzinsphase wirkt sich jedoch auch bei Lebens- und Rentenversicherungen aus. Die Versicherungsunternehmen sind gezwungen, für die Anlage ihrer Versicherungsgelder in Anleihen zu investieren. Da jedoch deren Rendite wie oben beschrieben so niedrig ausfällt, enttäuscht auch die Rendite der Lebens- und Rentenversicherungen. Dies geht so weit, dass nicht einmal die Garantiezinsen der Lebensversicherungen erwirtschaftet werden können.

Da durchschnittlich jeder Deutsche zwei solcher Versicherungen besitzt, sind die Folgen der Niedrigzinsphase sehr weitreichend.

Es entstehen also u.a. folgende Probleme:

  • Der Ertrag ist geringer als die Inflation (sog. finanzielle Repression)
  • Es besteht ein erhöhtes Kursrisiko bei Anleihen
  • Ertragseinbußen auch bei Lebens- und Rentenversicherungen sowie Versorgungswerken

Um diesen Problemen zu entgehen, ist es erforderlich, Alternativen zu prüfen, Gelder zu streuen und dabei auch in Sachwerte zu investieren. Speziell bei der Anlage in Sachwerte wie Immobilien bietet sich auch weiterhin an, die niedrigen Darlehenszinsen als Folge der Niedrigzinsphase zu nutzen.

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