Pflegestatistik: Warnung an die Politik

In der am 17. Januar 2017 veröffentlichten Pflegestatistik hat das Statistische Bundesamt bekanntgegeben, dass die Nachfrage nach stationärer Pflege in Deutschland weiter gestiegen ist. Demnach waren im Dezember 2015 knapp 2,9 Mio. Bürger pflegebedürftig. Davon wurden 73 Prozent zu Hause versorgt, während 27 Prozent, also 783.000 Pflegebedürftige, vollstationär in Pflegeeinrichtungen betreut wurden. Dies bedeutet einen Anstieg der stationär versorgten Pflegebedürftigen um 4,3 Prozent seit der letzten Erfassung im Jahr 2013. Die Gesamtzahl aller Pflegebedürftigen ist sogar um 8,9 Prozent gestiegen.

Angesichts dieser Statistik warnt die Firma Terranus, einem bundesweit agierenden Beratungsunternehmen für Sozialimmobilien, davor, den Ausbau der stationären Pflegeplätze politisch zu erschweren.

So kommentierte Hermann Josef Thiel, Geschäftsführer von Terranus, die Zahlen: „Die Nachfrage nach stationärer Pflege ist real und sie steigt weiter – und zwar obwohl die Pflegepolitik seit Jahren alles daran setzt, die Pflege zu ambulantisieren… Die Zahlen sind deshalb eine deutliche Warnung. Wenn die Politik im Bund und in den Ländern nicht schnell umsteuert, droht uns schon bald eine massive Versorgungslücke.“

In der Statistik seien jedoch noch nicht die Auswirkungen der neuen Landesheimgesetze erfasst worden, denn diese sehen unter anderem in den bevölkerungsstarken Bundesländern Nordrhein-Westfalen eine Einbettzimmerquote und in Baden-Württemberg sogar ein Mehrbettzimmerverbot vor. Hierdurch werde das verfügbare Platzangebot deutlich gesenkt.

Darüber hinaus wird die Zahl der Leistungsempfänger in der Pflegeversicherung durch das seit Januar 2017 geltende zweite Pflegestärkungsgesetz (PSG II) abermals gesteigert, denn es berücksichtigt nun u.a. auch Demenzerkrankte.

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