Die schlimmsten Fehler der Anleger

ETFs haben in den letzten zehn Jahren einen wahren Boom erlebt. Das haben wir im Jahr 2007, als wir mit Finanzring vollständig auf passive Wertpapierstrategien umgestellt haben, nicht erwartet, aber gehofft. Die steigende Nachfrage institutioneller und privater Anleger ist wenig überraschend, denn den passiven Anlageprodukten werden zahlreiche positive Eigenschaften zugesagt. Insbesondere sind die breite Streuung, die Transparenz, die niedrigen Kosten und die Flexibilität durch eine ständige Handelbarkeit, starke Argumente gegen das aktive Management.

Jedoch ist es gerade die ständige Handelbarkeit, die die Anleger vermehrt ungeduldig handeln lässt. Aufgrund der Kursschwankungen am Ende des letzten Jahres sind Anleger in Massen aus den Aktienmärkten ausgestiegen. Die Summe der Abflüsse aus US-Aktienfonds im Monat Dezember war fast genauso hoch wie im gesamten restlichen Jahr zusammen.

Das eigentliche Problem der ausgestiegenen Anleger ist jedoch, dass sie die Erholung mit deutlichen Kurssteigerungen seit Jahresbeginn komplett verpasst haben oder viel zu spät erleben und somit entscheidende Renditepunkte verlieren. Sie wagen den Wiedereinstieg oft erst dann, wenn die starken positiven Gegenbewegungen bereits vorbei sind. Also Anleger, die nach Kursverlusten enttäuscht verkaufen und nach Kursanstiegen wieder kaufen, steigen zu niedrigen Kursen aus und zu Hohen wieder ein. Das hat psychologische Gründe und zählt zu den bekanntesten Fehlern, die Anleger an der Börse machen.

Eine aktuelle Studie der Sutor Bank aus Hamburg hat sich nur mit dem DAX beschäftigt und analysiert, wie sich das Verpassen von nur wenigen Tagen mit hohen Kursgewinnen auf die Rendite auswirkt. Der Analysezeitraum beträgt hierbei 31 Jahre, vom 01.01.1988 bis 31.12.2018. Der Dax hat seitdem im Durchschnitt 7,2 Prozent Rendite eingebracht, trotz aller Krisen der letzten 30 Jahre.

„Die Börsenhistorie lehrt: In sechs von zehn Fällen folgten die besten Börsentage innerhalb von zwei Wochen nach den schlechtesten“, erklärt der Leiter der Studie Lutz Neumann. Das bedeutet, dass ein Anleger, der im Dax zwischen 1988 und 2018 durch seinen Verkauf die besten 13 Tage versäumte, die Hälfte seine Rendite verlor. Verpasste er die besten 33 Tage, hat er sogar einen Verlust eingefahren.

Neben den Timing-Versuchen schmälern die hohen Kosten sowie die mangelnde Risikostreuung die Rendite prognosegetriebener Investmentfonds. Eine weitere aktuelle Studie zu diesem Thema offenbart sehr deutlich, dass private Anleger in den USA in den vergangenen 20 Jahren mit aktiv verwalteten Fonds eine deutlich niedrigere Wertentwicklung als vergleichbare Marktindizes erreicht haben (s. Grafik). 


Dieser Erkenntnisse stehen jedoch zwei Probleme gegenüber. Zum einen eben der nervöse Anleger, der um die Sicherheit seines Geldes bemüht ist und zum anderen die provisionsfinanzierten Banken, die dies ausnutzen. Schließlich verdienen sie bei jedem Kauf und Verkauf der Kunden. Das Interesse der Banken geht somit doppelt zu Lasten der Anlegererträge. Die Anleger verpassen die beschriebenen Aufwärtsbewegungen am Markt und müssen zudem noch erhebliche Mehrkosten durch die Transaktionen tragen.

Im Umkehrschluss bedeutet diese Feststellung, dass Anleger sich nur von unabhängigen Experten beraten lassen sollten, für die Vertriebsprovisionen keine Rolle spielen. So lehnen wir bei Finanzring jedwede Provision für Wertpapierkäufe und -verkäufe ab und finanzieren uns ausschließlich durch Kundenhonorare.

Den optimalen Einstiegszeitpunkt zu suchen oder die vielfach angepriesene Superaktie zu kaufen, die allein dadurch schon kein Geheimnis mehr ist, gleicht einer Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen. Daher suchen wir nicht nach der Nadel, sondern kaufen den Heuhaufen in Form von preisgünstigen Indexfonds, weltweit gestreut auf bis zu 20.000 Einzeltitel.

Darüber hinaus sind wir in der Pflicht, unsere Kunden zu ermutigen, auch in unruhigen Zeiten an der vorher festgelegten und an den Kunden angepassten Anlagestrategie festzuhalten und sie mit ruhiger Hand vor Fehlverhalten zu beschützen.

Für Fragen und Informationen zu unserer Wissenschaftlichen Wertpapieranlage sprechen Sie uns gerne an. Wir helfen Ihnen dabei, eine transparente und faire Anlagestrategie zu entwickeln. 

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