Der Dax – Das unbekannte Wesen

Oft hört man vom Dax, aber viele wissen nichts über ihn. Dabei ist er ein sehr interessanter Zeitgenosse, wenn man sich mit ihm beschäftigt. Genau, wir meinen nicht das Tier sondern den deutschen Aktienindex.

Dieser Index umfasst die 30 größten und umsatzstärksten Unternehmen Deutschlands und wird einmal jährlich auf Zusammensetzung geprüft. Als er am 30. Dezember 1987 festgelegt wurde, betrug der Basiswert 1.000 Punkte. Im Juni 2014 erreichte er einen neuen Höchststand von 10.000 Punkten. Hauptgrund für den starken Anstieg ist die gute wirtschaftliche Situation und Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen.

Für viele Anleger stellt der Dax daher einen Indikator der deutschen Wirtschaft dar. Da die großen Unternehmen jedoch international aufgestellt sind und Deutschland eine exportorientierte Nation ist, spielt die konjunkturelle Entwicklung im Ausland eine wichtige Rolle für den Dax.

Mit zu der Familie gehören MDax, SDax und TecDax. Der MDax enthält die nach dem Dax folgenden 50 größten Aktienunternehmen, die sog. Mid-Caps, also mittelgroß kapitalisierte Unternehmen. Die Small-Caps, die wiederum 50 nächstgrößten Aktienunternehmen, werden im SDax erfasst. Und wie der Name schon vermuten lässt, werden im TecDAX 30 der 35 größten Technologiewerte in Bezug auf Marktkapitalisierung und Umsatz zusammengefasst.

Um an der Entwicklung eines Indexes wie dem Dax zu partizipieren existieren verschiedene Finanzprodukte. Banken, Sparkassen oder auch Versicherungen verkaufen gerne ihre überteuerten Aktienfonds oder Zertifikate. Hierfür versprechen sie den Anlegern, den Dax zu schlagen und kreieren hierfür die lustigsten Namen. Dabei ist schon längst wissenschaftlich bewiesen worden, und dies nicht nur einmal, dass es nicht möglich ist, den Markt dauerhaft zu schlagen. Es handelt sich hierbei um pures Glück, dass sich die Manager teuer bezahlen lassen. Denn nach Abzug aller hierfür verlangten Kosten schneiden jene Anleger schlechter ab, als diejenigen, die den Index einfach, transparent und mit minimalen Kosten nachbilden. Lesen Sie hierzu unsere Seite: Passive Strategie als kluge Wertpapieranlage

Wer nun gut aufgepasst hat, wird sich an die Verzehnfachung des Dax seit 1987 erinnern. Dies entspricht einer durchschnittlichen Rendite von über 9 Prozent pro Jahr! Das nennen wir eine solide Wertentwicklung.

Wer sein investiertes Geld auf mehr als nur 30 Unternehmen verteilen, bzw. das Risiko streuen möchte (sog. Diversifikation), sollte sich nun einmal vorstellen, dass dies mit weltweiten Märkten und Branchen funktioniert. Wer die Gier der letzten Jahre missachtet, muss einfach nur Geduld mitbringen und abwarten – die nächste Verdopplung kommt bestimmt.