Betriebliche Altersversorgung

Die bAV bietet viele Vorteile für Angestellte

Die betriebliche Altersversorgung (kurz bAV, auch betriebliche Altersvorsorge oder Betriebsrente genannt) stellt neben der Riester-Rente und Rürup-Rente eine weitere staatliche Förderung der Rente dar. Die betriebliche Altersversorgung ist eine Versorgungsleistung, die einem Angestellten von seinem Arbeitgeber angeboten wird.

Das größte Kapital kleiner und mittelständischer Unternehmen sind motivierte Mitarbeiter, die sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren. Sie stellt einen Weg dar, diese motivierten Mitarbeiter zu binden und sowohl dem Arbeitnehmer wie auch dem Arbeitgeber einen Vorteil zu verschaffen. Hierbei kann die betriebliche Altersversorgung eine Leistung des Arbeitgebers sein oder der Arbeitnehmer spart im Rahmen der Entgeltumwandlung selbst eine Betriebsrente an.

Eine betriebliche Altersversorgung kann drei Leistungen enthalten: eine Altersvorsorge, eine Hinterbliebenenvorsorge und eine Invaliditätsvorsorge. Wenn eine dieser Leistungen mit dem Arbeitgeber vereinbart wurde, handelt es sich um eine Form der betrieblichen Altersversorgung.

Seit dem 1. Januar 2002 haben alle Pflichtversicherten, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, auch einen Anspruch in eine bAV einzuzahlen. Arbeitgeber sind daher auf Wunsch des Arbeitnehmers verpflichtet, einen Teil vom Gehalt oder des Lohnes in eine betriebliche Altersversorgung einzuzahlen.

Nutzer der bAV können z.B. in 2013 auf diese bis zu 2.784 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei und weitere 1.800 Euro steuerfrei, aber sozialversicherungspflichtig (Sonderregelungen beachten) ansparen. Bei der betrieblichen Riester-Rente sind es jährlich nur 2100 Euro, die steuerfrei eingezahlt werden können.

 

Wie funktioniert die bAV?

Das Geld des Arbeitnehmers fließt direkt aus dem Bruttogehalt in die betriebliche Altersversorgung. Dadurch sinkt nicht nur das zu versteuernde Einkommen, sondern auch die Beiträge für Renten- und Krankenversicherung nehmen ab.

Der Staat möchte sich die gesparten Steuern jedoch nicht ganz entgehen lassen und fordert sie zurück, sobald der Arbeitnehmer in Rente geht. Die Steuerzahlungen und Sozialabgaben werden vom Arbeitnehmer also verzögert gezahlt. Diese Steuerstundung begünstigt jedoch die Rendite.

In der betrieblichen Altersversorgung (bAV) stehen folgende fünf Durchführungswege zur Verfügung:

Direktzusage: Mit einer Direktzusage verpflichtet sich der Arbeitgeber, seinen Beschäftigten im Versorgungsfall, bei Invalidität oder bei Erreichen der Altersgrenze, bestimmte Leistungen in Form einer monatlichen Betriebsrente zu zahlen. Die Rentenansprüche sind auch im Falle einer Insolvenz des Arbeitgebers durch eine spezielle Rückversicherung (siehe Regelungen des „Pensions-Sicherungs-Verein“) geschützt.

Unterstützungskasse: Unterstützungskassen sind selbständige Versorgungseinrichtungen eines oder mehrerer Unternehmen. Die Beiträge zur Unterstützungskasse werden von dem Arbeitgeber geleistet. Auch bei dieser Form der betrieblichen Altersversorgung sind die Beiträge durch den „Pensions-Sicherungs-Verein“ geschützt.

Pensionskasse: Pensionskassen sind selbständige Versorgungsträger, die wie Versicherungsunternehmen geführt werden. Der Versorgungsanspruch des Arbeitnehmers besteht nicht gegenüber dem Arbeitgeber sondern gegenüber der Pensionskasse selbst. Aus diesem Grunde kann ein Arbeitnehmer die Betriebsrente problemlos zu einem anderen Arbeitgeber mitnehmen und eventuell fortführen. Zusätzlich ist eine Absicherung wegen vorzeitiger Berufsunfähigkeit bei den meisten Pensionskassen möglich.

Direktversicherung: Bei der Direktversicherung schließt der Arbeitgeber zu Gunsten des Arbeitnehmers eine Kapitallebensversicherung oder Rentenversicherung bei einer privaten Versicherungsgesellschaft ab.

Eine Direktversicherung ist aufgrund des geringen Aufwandes für den Arbeitgeber auch für Arbeitnehmer kleinerer Unternehmen sehr gut geeignet und zählt zu den beliebtesten Durchführungswegen der betrieblichen Altersversorgung. Sie kann mit Zustimmung des Arbeitgebers auch auf einen neuen Arbeitsplatz übertragen werden.

Pensionsfonds: Anstatt in eine Direktversicherung oder Pensionskasse zu zahlen, kann der Arbeitnehmer auch in einen Pensionsfonds, meist durch größere Unternehmen/Arbeitgeber angeboten,  investieren. Diese Form der betrieblichen Altersversorgung bietet für beiden Seiten, also Arbeitgeber und Arbeitnehmer, höhere Flexibilität als die vorgenannten Modelle der bAV, da die eingezahlten Beiträge vollständig in Aktien angelegt werden können. Da der Aktienmarkt jedoch stark schwankt, stehen der Chance auf höhere Renditen auch höhere Risiken gegenüber.

Einige Pensionsfonds bieten Zusatzleistungen wie etwa einen Hinterbliebenenschutz an. Bei einem Arbeitgeberwechsel kann der Arbeitnehmer seinen Pensionsfonds mitnehmen, allerdings muss er hierbei auf die Kostenstruktur des jeweiligen Pensionsfonds achten.

Für Fragen rund um das Thema betriebliche Alterversorgung steht Ihnen unser Beraterteam gerne fachkompetent zur Seite.

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